Tobias Rehberger

Tobias Rehberger zählt zu einer Generation von Konzeptkünstlern, die sich sowohl mit der Hinterfragung des Kunstmachens, der Bedeutung von Autorenschaft, Originalität und ihrer vermeintlichen Kontrollierbarkeit ebenso wie den Definitionszonen, die Kunst und Nicht-Kunst ausloten, auseinandersetzen. Rehberger kann auf eine imposante Reihe an internationalen Ausstellungen und Arbeiten in öffentlichen Räumen verweisen. Für seine Cafeteria unter dem Titel «Was du liebst, bringt dich zum Weinen» im Zentralpavillon der Biennale von Venedig erhielt er 2009 die Auszeichnung «Goldener Löwe» für den besten Künstler.

Für den Bau 3 des Staatsarchivs in Zürich konzipierte Rehberger eine Decken­installation aus 111 tropfenförmigen, eigens produzierten, verschiedenfarbigen Glaslampen, die zu einem Cluster zur Raummitte orientiert gruppiert sind. Für seine Glaslampen-Installation wählte Rehberger 26 Farbtöne, die in unregelmässigen zeitlichen Abständen über eine Steuerung so programmiert werden, dass zunächst eine kleinere, benachbarte Gruppe von Lampen gleichzeitig aufleuchtet. Die Lichtzufuhr erfasst in der Folge weitere Lampen, so dass der Eindruck von bewegtem Licht entsteht.

Rehberger spricht von der Idee eines «leuchtenden Geistes, der lautlos durch die Installation schwebt». Der für seine durchaus auch humorvolle Auseinandersetzung mit den kontextuellen Beziehungsgeflechten bekannte Künstler regt uns dazu an, über die Gestalt unserer Welt und über die Beziehungen nachzudenken, die wir in ihr vorfinden und die wir zu ihr aufbauen.

Für das studio rehberger begleiteten wir die Installation als 'Local Partner'. Dabei waren wir neben der Koordination auch für die lichttechnische Umsetzung verantwortlich. Im Auftrag der Baudirektion wurde die Grundbeleuchtung im Raum in Abstimmung mit dem Kunstwerk geplant.

Die Einweihung des Kunst am Bau - Projektes erfolgte im Dezember 2019.

Projektteam studio rehberger: David Berens . Reto Marty . Tobias Rehberger . Gabi Schirrmacher

Projektteam studio rehberger: David Berens . Reto Marty . Tobias Rehberger . Gabi Schirrmacher

111 Gläser . 26 Farben . 5 Formen - 111 Glases . 26 Colors . 5 Shapes

111 Gläser . 26 Farben . 5 Formen - 111 Glases . 26 Colors . 5 Shapes

Fertigstellung . Completion

2019

Auftraggeber . Client

studio rehberger

Werk . Artwork

"Le Ghost"

Architektur Staatsarchiv . Architects Staatsarchiv

architektick

Texte . Text

Sabine Schaschl - Von Geistern und Glücklichmachern

Fotografie . Photography

Reto & Inga Marty


Tobias Rehberger belongs to a generation of conceptual artists who deal with the questioning of art making, the meaning of authorship, originality and their supposed controllability as well as the zones of definition that fathom art and non-art. Rehberger can point to an impressive series of international exhibitions and works in public spaces. For his cafeteria entitled "What you love makes you cry" in the central pavilion of the Venice Biennale, he received the "Golden Lion" award for best artist in 2009.

For Building 3 of the State Archives in Zurich, Rehberger designed a ceiling installation consisting of 111 drop-shaped, specially produced, differently coloured glass lamps, which are grouped together in a cluster oriented towards the centre of the room. For his glass lamp installation, Rehberger chose 26 colour shades, which are programmed at irregular intervals via a control system so that initially a smaller, neighbouring group of lamps lights up simultaneously. The light supply subsequently detects further lamps, creating the impression of moving light.  

Rehberger speaks of the idea of a "luminous spirit that silently floats through the installation". The artist, known for his thoroughly humorous examination of the contextual networks of relationships, encourages us to think about the shape of our world and the relationships we find in it and build up with it.

For studio rehberger we accompanied the installation as 'Local Partner'. We were responsible not only for the coordination, but also for the technical lighting implementation. On behalf of the building management, the basic lighting in the room was planned in coordination with the artwork. 

The inauguration of the “Kunst am Bau” project took place in December 2019.