Obergericht Graubünden
Gerichtssaal
Das Staatsgebäude an der Grabenstrasse in Chur, errichtet in den Jahren 1877/78, wurde vollständig saniert und um einen viergeschossigen Erweiterungsbau ergänzt. Nach Abschluss der Arbeiten dient das Gebäude nun als Sitz des Obergerichts Graubünden.
Die Sanierung umfasste die Wiederherstellung wesentlicher historischer Bauelemente sowie die Anpassung an heutige betriebliche und technische Anforderungen. Der ehemalige Grossratssaal wurde als grosser Gerichtssaal neu ausgebaut, die ursprünglichen Raumproportionen wiederhergestellt und historische Stuckaturen und Glasmalereien restauriert. Der Erweiterungsbau wurde in Anlehnung an die Höhen- und Fassadengliederung des Altbaus erstellt. Er bietet zusätzliche Büro- und Sitzungsräume und gewährleistet eine funktionale Verbindung zwischen Neu- und Altbau.
Das historische Staatsgebäude
und der Erweiterungsbau
Die Beleuchtung im Altbau nimmt Bezug auf das ehrwürdige, geschichtsträchtige Gebäude. Die klassische Raumabfolge und die Konzentration nach innen spiegeln sich in der klaren Anordnung der Leuchten wider.
In den Büroräumen sorgen Pendelleuchten für ein adäquates Grundlicht. Als zentrale Leuchten tauchen sie den gesamten Raum in Licht und nehmen damit Bezug auf die ursprüngliche Beleuchtung. Tischleuchten ergänzen das Arbeitslicht und ermöglichen eine individuelle Lichtsituation für die einzelnen Mitarbeitenden. Abgerundet wird das warme Ambiente durch wohnliche Stehleuchten.
Arbeitsräume im historischen Teil
Sitzungszimmer im historischen Teil
Die Verkehrswege im Staatsgebäude bilden eine würdige Raumabfolge
durch das Haus. Mit ihrer Grosszügigkeit und dem Lichthof sind sie auch
Begegnungsräume und Wandelhalle. Die Leuchten folgen der strengen
Ordnung als adäquates Ausstattungselement. Dabei spendet ein
Glaskörper ein angenehm weiches Licht.
Treppenhaus mit Lichthof
Treppenhaus im historischen Teil
Im Neubau sind die Decken dunkler gehalten, wodurch ein gänzlich anderer Raumeindruck entsteht. Dies erfordert auch eine andere Art der Beleuchtung. Ein weiches Grundlicht sorgt für eine angenehme und ausgewogene Helligkeit. Dabei wird die Leuchte selbst zum Teil der Architektur und trägt die Eleganz der Ausstattung weiter.
Schnittstelle zum Neubau
mit weiteren Büroräumlichkeiten
und der Altbaufassade
In der Funktion als Zentrum strahlt die Cafeteria eine Ruhe und
Eleganz aus. Die dezenten Pendelleuchten lassen den Raum offen wirken
und sorgen für einen ungestörten Blick in den Garten.
Caféteria im Neubau
Im Gerichtssaal bringen die historischen Leuchter den Raum und seine Architektur zur Geltung. Ergänzende Wandleuchten erweitern die Lichtwirkung und tragen dazu bei, den historischen Charakter des Raumes auch in der Beleuchtung zu bewahren.
Historischer Kronleuchter - Leihgabe des Rätischen Museums
und Wandleuchten im Gerichtssaal - Leihgabe des Rätischen Museums
Im Rahmen des Umbaus und der Erweiterung des Staatsgebäudes wurden zwei historische Kronleuchter aus dem ehemaligen Grossratssaal des Staatsgebäudes an ihrem neuen Standort installiert. Die kunstvollen Leuchter stammen aus dem Jahr 1908 – einer Zeit, in der die Elektrifizierung des Saals erstmals umgesetzt wurde. Geschaffen wurden sie vom Churer Kunstschmied Johann Gestle.
In enger Zusammenarbeit mit dem Rätischen Museum und der Denkmalpflege Graubünden wurden sie aufwendig restauriert und behutsam an moderne Anforderungen angepasst. Im Zuge der Restaurierung erhielten die Leuchter eine vollständig neue Elektrifizierung: Ausgestattet mit energieeffizienter LED-Technik, sind sie nun dimmbar und technisch auf dem neuesten Stand – ohne, dass sie dabei ihren historischen Charakter verloren haben.
Fertigstellung . Completion
2025
Bauherrschaft . Client
Hochbauamt des Kantons Graubünden
Architekten . Architects
Aebi & Vincent Architekten SIA AG
Fotografie . Photography
Ingo Rasp Photography, Chur